Es waren zwei außergewöhnliche Tage mit Prof. Paul M. Zulehner, das haben auf die eine oder andere Art fast alle gesagt, die es miterlebt haben. Quer durch alle Altersgruppen. In drei Vorträgen haben wir Stoff zum Nachdenken und vor allem auch -leben bekommen, der womöglich schon für ein weiteres Jahrzehnt (oder auch zwei) reicht.
Hier sind die Mitschnitte der drei Referate: Freitag, Samstag vormittag, Samstag nachmittag. Wer lieber liest als hört, wird hier fündig.
Einen ganz besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle auch an alle loswerden, die das Ganze praktisch möglich gemacht haben: Technik, Getränke, Auf-/Abbau, Dekoration, Küche, Showeinlagen, Musik, Workshops – und an Daniel fürs Organisieren.
Mit einiger Verspätung (und daher mit etwas schlechtem Gewissen
) schreibe ich hier noch ein paar Zeilen zur ersten Predigt in der aktuellen Reihe: “Es geht auch ohne … schlechtes Gewissen”.
In der Predigt, die ihr hier anhören könnt, ging es weniger um das schlechte Gewissen, dass wir bekommen, nachdem wir etwas falsch gemacht haben, sondern um das schlechte Gewissen als Motivation. Gerade wenn es darum geht, sich für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einzusetzen, handeln viele Leute vor allem, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Oder sie beschäftigen sich aus Angst vor einem schlechten Gewissen gar nicht erst intensiver mit diesen Themen.
Das schlechte Gewissen ist aber eine denkbar schlechte Grundlage für unser Tun. Das sieht dann ungefähr so aus:
In der Predigt habe ich ein alternatives Modell aufgezeigt, wie wir uns ohne schlechtes Gewissen engagieren können:
Welche Gedanken dahinterstecken, könnt ihr euch noch einmal anhören. Und die vollständige Präsentation mit allen Bibeltexten könnt ihr hier runterladen.
Für Gespräche zu dem Thema bieten sich folgende Fragen als Einstieg an:
Am dritten Advent haben wir im Gottesdienst das vierte und fünfte Kapitel der Offenbarung gehört. Die Predigt hat unter dem Motto “Da kommt noch was!” aufgezeigt, was diese “Thronsaalvision” für Johannes und die damaligen Christen bedeutete und wie die Vision an vielen Stellen an die Krönungszeremonien der römischen Kaiser erinnerte.
Die Predigt könnt ihr hier anhören und die Präsentation hier als pdf runterladen.
An den beiden letzten Sonntagen (und noch einmal am kommenden) haben wir uns mit der Offenbarung des Johannes beschäftigt – dem Lieblingsbuch der Zahlenmystiker, Endzeitspekulanten und Comiczeichner, wie es scheint.
Aber wenn man das Kaleidoskop der Bilder mit nüchterner Phantasie betrachtet, dann kann man darin viel Realismus über die Art und Weise entdecken, wie unsere Welt funktioniert, und zugleich viel Hoffnung darauf, dass sich Gottes Herrschaft am Ende durchsetzt und es sich hier und jetzt lohnt, nicht zum Mitläufer des Systems zu werden.
Einen Einstieg in die Offenbarung versucht diese Predigt vom 9.12. zu vermitteln. Und zum Mitlesen, diesmal mit vielen Bildern, gibt es noch ein PDF hier: Offenbarung 1
Niemand wird gern beklaut und niemand würde gern als Dieb oder Betrüger bezeichnet. Wenn wir uns unsauber Dinge aneignen, dann geht das meist nur da, wo wir uns selbst immer noch vormachen können, wir seien im Grunde doch ganz anständige Menschen.
Also muss man das Gewissen ab und zu neu justieren. Aber vielleicht können wir noch etwas mehr tun: Anstatt ständig zu überlegen, was uns fehlt und was wir noch alles brauchen, können wir dankbar werden und es lernen, nicht erst auf großen Überfluss zu warten, bis wir die Tugend der Großzügigkeit lernen.
Armut, das war einer der Kernsätze der Predigt vom letzten Sonntag, ist deswegen so entwürdigend für Menschen, weil man ihnen damit die Freude des Schenkens vorenthält.
Und die wirklich fiesen Diebe sind nicht die, die nichts haben, sondern jene, die nie genug bekommen. Viel Stoff zum Nachdenken. Das PDF zur Predigt steht (mit korrekt lizensiertem Titelbild…) hier: Stehlen
Und wer das Thema mal heiter-ironisch angehen möchte, der kommt hier auf seine Kosten.
Etwas verspätet nun auch noch ein Blog-Eintrag zur vierten Predigt in unserer Reihe zu den 10 Geboten.
Am 21. Oktober haben wir uns mit dem Gebot »Du sollst nicht töten!« oder besser »… nicht morden!« beschäftigt. In diesem Gebot geht es darum, Leben zu schützen. Anders ausgedrückt kann man sagen: »Du sollst leben und dich dafür einsetzen, dass auch andere leben können!«.
Auch wenn wir uns eindeutig für das Leben einsetzen sollen, gibt es doch einige schwierige Fragen, die mit diesem Gebot zusammenhängen. Auf diese Themen konnte ich in der Predigt nicht ausführlich eingehen, es lohnt sich aber, sie noch einmal genauer (alleine oder in eurer Kleingruppe) zu betrachten und zu diskutieren: Abtreibung, Sterbehilfe, Krieg, Selbstmord, Notwehr, Todesstrafe. Zu all diesen Themen gibt es keine einfachen Antworten …
Wer die Predigt noch einmal anhören möchte, kann dies im Predigt-Podcast tun. Die Präsentation mit ein paar Stichworten und einigen Zitaten (aus der Bibel und von zwei Reformatoren) findet ihr hier als PDF zum Anschauen oder als PDF zum Drucken.
Ehe bedeutet Leben teilen und im Idealfall ein Wachsen aneinander und miteinander, und trotzdem bleibt jeder eine eigenständige Persönlichkeit.
Die Ehebeziehung kann mit einer Pflanze verglichen werden: Jede ist einzigartig und soll ihren Bedürfnissen gemäss gepflegt werden. Wenn zwei unterschiedliche Menschen in der Ehe eins werden, entsteht eine neue Einzigartigkeit.
Was Ehe braucht und was sie gefährdet, von günstigen Wachstumsbedingungen und Schädlingen handelt die Predigt zum Gebot “Du sollst nicht ehebrechen”.
Ihr könnt sie hier nachhören, das PDF zum Nach- oder Mitlesen (mit Fragen zum Gespräch) findet Ihr hier: Ehe
Passend zum Thema findet übrigens im Januar ein Seminar mit Markus Hoffmann statt:
Beim vierten/fünften Gebot (je nach Zählung) geht es um die Fürsorge für die alten Eltern (bis vor 150 Jahren gab es keine Rentenversicherung), um das Verhältnis zwischen mittlerer und älterer Generation. Und darum, wie beide Seiten das Altern und damit auch das Näherrücken des Todes auch geistlich bewältigen. Wenn das gelingt, kann es ein versöhntes und friedliches Miteinander geben. Wenn nicht, belastet es die Beziehungen.
Erschwert wird das Ganze dadurch, dass unsere Gesellschaft eine bestimmte Lebensphase, nämlich das Jungsein, unter der Hand zur Norm erklärt hat. Wenn wir denken, der wahre Mensch ist der junge, dann wird es schwer, zur Reife zu finden und schließlich das Alter (und damit auch die Alten) anzunehmen. Heißer Lesetipp zum Thema: Die Lebensalter von Romano Guardini. Dort heißt es unter anderem:
…der Mensch, der es ablehnt, dem sinkenden Leben gut zu sein, und der fortschreitenden Einengung, die es erfährt, zu Hilfe zu kommen, versäumt eine wichtige Chance, zu verstehen, was überhaupt Leben ist, wie unerbittlich seine Tragik, wie tief seine Einsamkeit, und wie sehr wir Menschen miteinander solidarisch sind.
Die Predigt vom 14.10. ist nun online (hier klicken). Und hier sind die Kernthesen als PDF zum Nachlesen: Vater&Mutter
Im zweiten Gebot geht es darum, dass Gott seinen Namen schützen will (und zwar nicht vor seinen Feinden!) und es offenbar auch nicht mag, wenn jemand Bilder von ihm in Umlauf bringt. Menschen sind nur allzu schnell dabei, ihn mit allen möglichen Tricks zu vereinnahmen und Gott für die eigene Sache einzuspannen. Wir auch? Die Versuchung besteht auf jeden Fall…
Ein paar Fragen und Beobachtungen zu diesem Sachverhalt findet Ihr in der Predigt vom 30. September und zum Mitlesen und Weiterdenken gibt es noch dieses PDF: Benutzter Gott
Spannende Frage fürs Gespräch:
Warum dreht sich das erste Reden Gottes zu befreiten Israeliten eigentlich um Gebote? Schließen sich Freiheit und Regeln nicht eigentlich aus? In unserer Erfahrung stimmt das durchaus ja zu einem gewissen Teil.
Gottes Bund mit seinem Volk ist ein (gewagter?) Gegenentwurf zu den brutalen Ordnungen der damaligen (und zum Teil auch heutigen) Welt. Er zielt (zumal in seiner erneuerten Form) auf eine innere Veränderung ab und setzt nicht auf äußere Drohungen. Wenn man die Zehn Gebote verstehen will, muss man hier anfangen.
Zum Mithören gibt’s das Ganze hier, wer die Stichpunkte mitlesen möchte, findet sie hier.
Eine gute Frage zum Weiterdenken und Gespräch: