Die letzten Monate waren für Gina und Christian Dressler keine leichte Zeit. Im Krankenhaus von Koumra gab es in Abwesenheit des Chefarztes zahlreiche Konflikte zu bestehen, die in der Regel mit unterschiedlichen Formen von Korruption zu tun hatten, dann zwang die sich zuspitzende politische Lage sie zu einem längeren Aufenthalt im Nachbarland Kamerun und am Ende kamen Morddrohungen aus dem Umfeld eines verstorbenen Patienten hinzu. Nun fiel in Absprache mit der Missionsgesellschaft CFI der Entschluss, ein paar Monate früher als geplant die Heimreise anzutreten. Hier ein paar Auszüge aus der letzten Rundmail:
Hallo ihr Lieben,
es hat sich ja schon in der letzten mail abgezeichnet, aber jetzt ist es fest – wir werden unseren Aufenthalt hier in Koumra verkürzen und vorzeitig nach Deutschland zurück kehren.
Nachdem wir eine Woche in Moundou waren um aus der Schusslinie zu sein, sind wir seit vorgestern wieder in Koumra um unseren Haushalt gar aufzulösen und uns offiziell zu verabschieden. Am Samstag wird es eine kleine offizielle Abschiedsfeier geben und ein kleines Kinderfest mit Noras und Annas Freunden ist auch noch geplant.
Gestern kam dann noch Jonathan – aus dessen erweiterter Familie die Probleme entstanden sind – und eine nähere Verwandte des Verstorbenen um die Dinge noch mal aus ihrer Sicht darzustellen und sich für die verursachten Probleme zu entschuldigen. Das war ja eine nette Geste und der Sohn des Verstorbenen hat angeblich auch nicht mehr vor mich umzubringen – das ist auch beruhigend.
Jeden Tag ist jetzt noch irgendwie eine Abschiedsfeier oder eine Einladung – das tut noch mal richtig gut sich von den ganzen netten Leuten zu verabschieden. Der Krankenhausmanager meinte, wir sollen nicht frustriert sein – schließlich habe das Kranenhaus ja die staatliche Anerkennung als Distriktkrankenhaus erhalten und damit hätten wir doch schon einen sinnvollen Beitrag geleistet. Ich denke er hat das wirklich gut und ehrlich gemeint, auch man wenn die Aussage in den falschen Hals bekommen kann.
Gestern sind wir gut und wohlbehalten in Ndjamena angekommen nachdem wir eine Nacht in Moundou verbracht hatten.
Unser Rückflug wird am 23.10. sein.
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