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Willkommen auf dem Blog der ELIA-Gemeinde: Quer gedacht

25
Jan

Was Erlösung bedeutet und wie sie geschieht, dafür gibt es in der Bibel keine einheitliche Theorie, aber eine ganze Reihe unterschiedlicher Bilder. Wenn wir sie betrachten, dann gewinnen wir nicht nur Information und wissen, sondern sie wirken auf unser Denken und Empfinden ein und verändern uns. Wir beginnen diese Reihe zu einem der ganz zentralen Themen des Christseins schon etwas vor dem Anbruch der Passionszeit und wollen sie (mit ein paar Unterbrechungen, z.B. durch das Wochenende mit Alan Roxburgh im März) am Palmsonntag beenden.

Es wird zu den einzelnen Predigten wieder Anregungen für das Gespräch in den Hauskreisen geben, und wer möchte, kann dazu das Buch von Anselm Grün “Biblische Bilder von Erlösung” bzw. “Erlösung. Ihre Bedeutung in unserem Leben” als Vertiefung lesen. Auch das könnt Ihr natürlich gemeinsam anpacken und Euch im Hauskreis oder auch zu zweit oder zu dritt zusammentun. Wir werden nicht das komplette Buch predigen, aber einzelne Bilder davon herausgreifen und in den Predigten näher beleuchten.

Lukas 24,13-32 (die Predigt vom 24.1. dazu findet Ihr hier)

  • Jesus begegnet Kleopas und dem anderen Jünger (seiner Frau? die beiden wohnen anscheinend im gleichen Haus) auf dem Weg nach Emmaus und wandert ein Stück mit ihnen. Das Motiv des wandernden Gottes kennen wir schon aus dem Alten Testament, und bei Lukas ist es stärker ausgeprägt als in den anderen Evangelien. Jesus ist auf einer Wanderschaft durch die Welt, und den Menschen, die seinen Weg kreuzen, erzählt er von Gott, der ihn gesandt hat.
  • Auf dem Weg entwickelt sich sofort ein Gespräch mit Jesus über Jesus – der Auferstandene ist sichtbar, aber nicht ohne weiteres als der zu erkennen, der er ist. Die Jünger rekapitulieren den Weg des Propheten und sein Ende, das trotz irritierender Nachrichten von leeren Grab für sie feststeht. Der Weg erscheint als Sackgasse, vom Tod endgültig durchkreuzt.
  • Jesus entwickelt aus der Schrift ein anderes Verständnis seines Weges. Er endet nicht in der Sackgasse, sondern das Ziel ist die Herrlichkeit. Diese Herrlichkeit ist auch auf den früheren Stationen des Weges immer wieder aufgeblitzt.
  • Und auch jetzt blitzt sie auf, als Jesus bei den beiden einkehrt. Wenn wir zurückblicken, dann lesen wir von Gott, der Abraham besucht und im Lobgesang des Zacharias in Lukas 1 taucht der Gedanke, dass das Heil darin besteht, dass Gott sein Volk besucht, ebenfalls auf. Den Besuch bei Zachäus kommentiert Jesus mit den Worten: “Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt”. Erlösung wird hier nicht verengt oder verkürzt auf das Sterben am Kreuz (das gehört gewiss zum Weg Jesu dazu), sondern sie geschieht überall da, wo Jesus auf seinem Weg bei Menschen einkehrt und mit ihnen isst. Als er das Brot bricht, erkennen ihn die beiden, und er verschwindet vor ihren Augen.
  • Was bleibt, ist das brennende Herz. Die Begegnung mit Jesus bringt den Funken der Ahnung in Menschen zum Brennen, dass wir zu mehr bestimmt sind, als Rädchen in einer Maschine zu sein, und dass mehr in uns steckt, als unsere Sorgen, Ängste, Selbstzweifel und unsere zwiespältige (wenn nicht sogar negative) Lebensbilanz uns widerzuspiegeln scheinen. Auch davon erlöst der Besuch des göttlichen Wanderers. Er befreit uns dazu, von Irrwegen umzukehren und dem Weg Gottes zu folgen. Selbst wenn auch dieser Weg immer wieder durchkreuzt wird, wissen wir von Jesus, dass er zur Herrlichkeit führt. Und nur deswegen können wir ihn gehen.
  • Die Kraft dazu bekommen wir, wenn Jesus uns an seinen Tisch einlädt und uns das Brot bricht. Dann richten wir nicht nur unseren Blick wieder neu auf seinen Weg, sondern wir lassen uns stärken und fassen neues Vertrauen zu Jesus, der nicht nur vor und neben uns den Weg geht, sondern in uns wirkt und uns verändert.

Fürs Gespräch im Hauskreis oder zum Nachdenken für Euch selber noch ein paar Fragen:

  • Wo habe ich das Gefühl, in Sackgassen zu stecken oder vom Weg abgekommen zu sein?
  • Wo habe ich mir Gottes Weg anders vorgestellt?
  • Gab es für mich solche Erfahrungen der Begegnung mit Jesus?
  • Was hat das in meinem Herzen ausgelöst?
  • Wo habe ich es als befreiend uns erlösend erlebt, seinen Weg zu gehen?

Hier das PDF vom Sonntag: Erlösung (1) Weg



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